Herzkreislauf - wie funktioniert unser Kreislaufsystem?

Der Herzkreislauf hat die Aufgabe, Organe und Gewebe mit Sauerstoff zu versorgen und die im Organismus gebildeten Abfallstoffe abzutransportieren. Dabei wird zwischen dem Körperkreislauf (großer Kreislauf) und dem Lungenkreislauf (kleiner Kreislauf) unterschieden. Diese beiden Herzkreisläufe sorgen dafür, dass alle Vorgänge im Körper reibungslos funktionieren und ergänzen sich.

Welche Aufgaben hat der Herzkreislauf?

Herz und StethoskopÜber den Lungenkreislauf wird sauerstoffarmes Blut aus dem Herzkreislauf zur Lunge gepumpt. Nachdem das Blut dort mit Sauerstoff angereichert ist, fließt es zum Herz zurück. Durch die linke Herzhälfte gelangt das Blut schließlich in den Körperkreislauf, sodass alle weiteren Organe durchblutet werden können. Das Herz bildet das Zentrum des Herzkreislaufs und ist für die Beförderung von Blut verantwortlich. Auf diese Weise wird das gesamte Blut innerhalb von einer Minute einmal durch den Organismus transportiert. Bei einem Erwachsenen handelt es sich dabei um circa vier bis sieben Liter Blut, das pro Minute den Körper durchfließt.

Um für diese Aufgaben gerüstet zu sein, verfügt das Herz über ein spezielles Reizbildungs- und Reizleitungssystem, das vom Nervensystem unabhängig ist und die Herzmuskulatur anregt. Darüber hinaus empfängt das Herz beeinflussende Signale durch das vegetative Nervensystem. Deshalb schlägt das Herz bei Freude, Angst und Panik etwas schneller. Der Herzkreislauf kann nur aufrechtgehalten werden, wenn im System ein bestimmter Druck vorhanden ist. Bei diesem Druck handelt es sich um den Blutdruck. Die Blutdruckwerte setzen sich aus dem diastolischen und dem systolischen Blutdruck zusammen.

Der systolische Blutdruck wird beim Zusammenziehen des Herzens gemessen, wenn der Druck in den Venen und Arterien steigt. Bei der Blutdruckmessung ist der systolische Blutdruck der höhere Wert, während der diastolische Blutdruck den niedrigeren Wert symbolisiert. Der diastolische Blutdruck wird während der Erschlaffungsphase des Herzmuskels gemessen. Ein zu hoher Blutdruck hat erhebliche Auswirkungen auf den Herzkreislauf und gilt als Auslöser zahlreicher Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Der Herzkreislauf und die Entstehung von Herz-Kreislauf-Krankheiten

moderates AusdauertrainingFür die Gesundheit und die Funktionsfähigkeit des Herzkreislaufs sind eine gesunde Ernährung, ausreichend Schlaf und regelmäßig Bewegung und Sport von großer Bedeutung. Zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen kommt es nicht nur bei Schädigungen des Herzens, sondern vor allem aufgrund einer ungesunden Lebensführung. Die verschiedenen Krankheitsbilder, die den Herzkreislauf schädigen, sind unter dem Begriff Herz-Kreislauf-Erkrankungen zusammengefasst. Probleme mit dem Herzkreislauf können sich in Form von Störungen oder Erkrankungen am Herzen, durch angeborene Herzfehler sowie durch Störungen im Bereich der Blutgefäße äußern. In Europa gelten Herz-Kreislauf-Krankheiten inzwischen als häufigste Todesursache. Krankheiten und Störungen, die dem Herzkreislauf zugeordnet werden, entstehen oft durch nicht beeinflussbare Risikofaktoren wie zunehmendes Alter oder genetische Vorbelastungen. Darüber hinaus sind auch beeinflussbare Risikofaktoren wie erhöhte Cholesterinwerte, Bluthochdruck, Stress, Bewegungsmangel sowie übermäßiger Alkohol- und Nikotinkonsum ursächlich an Störungen des Herzkreislaufs beteiligt.

Für die Funktion des Herzkreislaufs ist regelmäßiges sportliches Training sehr wichtig. Schon mit einigen Trainingseinheiten in der Woche kannst du den Herzkreislauf stärken und die Immunabwehr verbessern. Besonders effizient wirkt Ausdauertraining, bei dem der Herzkreislauf trainiert und die Regenerationsfähigkeit des Körpers verbessert werden. Gleichzeitig wird das Herz gestärkt, die Elastizität der Blutgefäße erhöht und die Fließeigenschaften des Blutes verbessert. Kraft- und Ausdauersport hilft bei Bluthochdruck, Übergewicht und Gelenkbeschwerden. Bei regelmäßigem Training normalisiert sich der Blutdruck, die Ausdauer steigt und der Stoffwechsel verbessert sich. Bewegungsmangel und Stress hingegen beeinträchtigen den Herzkreislauf und tragen zu Übergewicht bei. Bauchfettleibigkeit zählt wiederum zu den Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und schädigt den Herzkreislauf.

Wodurch wird die Funktionsfähigkeit des Herzkreislaufs beeinträchtigt?

Durch die kontinuierliche Arbeit des Herzkreislaufs wird die Sauerstoffversorgung der Zellen sichergestellt. Da die Zellen keinen Sauerstoff einlagern können, ist ihre Funktionsfähigkeit nur dann gesichert, wenn der Herzkreislauf problemlos funktioniert. Sobald die Sauerstoffversorgung aus irgendeinem Grund eingeschränkt ist, führt dies innerhalb kürzester Zeit zur Beeinträchtigung lebenswichtiger Körperzellen. Der Herzkreislauf ist deshalb direkt oder indirekt an den im Organismus ablaufenden Prozessen beteiligt. Da die einzelnen Organe für ihre Funktionen unterschiedliche Mengen an Sauerstoff benötigen, wird vom Herzkreislauf immer die richtige Menge sauerstoffreiches Blut durch die Adern gepumpt.

Herz- und Kreislauferkrankungen stören das System und beeinträchtigen die Funktionsfähigkeit des Herzkreislaufs. Die meisten Krankheiten, die diesem Bereich zugeordnet werden, sind zu einem großen Teil ernährungsabhängig. Mit der richtigen Ernährung kannst du dich vor gesundheitlichen Problemen schützen und dafür sorgen, dass der Herzkreislauf besser arbeiten kann. Die herkömmliche kalorien- und fettreiche Ernährung ist im hohen Maß an der Entstehung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen beteiligt und erhöht das Risiko für Probleme mit dem Herzkreislauf. Weitere Risikofaktoren, die den Herzkreislauf stören und Herz-Kreislauf-Erkrankungen begünstigen sind Übergewicht, erhöhte Blutfettwerte sowie Diabetes.

Gesunde Ernährung für den Herzkreislauf

Eine möglicherweise Gefäß-schädigende Wirkung hat die im Körper gebildete Aminosäure Homocystein. Es wird vermutet, dass Homocystein die Oxidation des LDL-Cholesterins und dadurch die Entstehung von Arteriosklerose begünstigt. Wissenschaftliche Hinweise lassen den Rückschluss zu, dass es aufgrund erhöhter Homocysteinspiegel zu erhöhten Blutfettwerten kommen kann. Hohe Cholesterinwerte zählen zu den Risikofaktoren für Herzinfarkt.

Mit einer Ernährung, die reich an Obst, Gemüse und Getreidevollkornprodukten ist, kannst du deinen Herzkreislauf schützen und das Risiko für Herz-Kreislauf-Krankheiten senken. Einen ungünstigen Einfluss auf die Nahrungsmittelbilanz haben Weißmehlprodukte, Zucker und Süßigkeiten, die möglichst selten auf dem Speisezettel stehen sollten. Bei Übergewicht muss der Herzkreislauf Höchstleistungen erbringen. Falls du übergewichtig bist, solltest du gesund abnehmen und dabei die Ernährungstipps von deinem Arzt oder einer Ernährungsberatung berücksichtigen.

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