Schwindelattacken - was tun, wenn alles schwankt?

Eine Schwindelattacke ist eine Form der Wahrnehmungsstörung, von der die meisten Menschen im Leben mindestens einmal betroffen sind. Im medizinischen Kontext wird Schwindel als gestörte räumliche Orientierung definiert. Zu den möglichen Ursachen für Schwindelattacken gehören Störungen im Gleichgewichtsorgan im Innenohr ebenso wie seelische Erregungszustände und körperliche Erkrankungen.

Sind Schwindelattacken wirklich harmlos?

Obwohl Schwindelattacken von den Betroffenen als bedrohlich wahrgenommen werden, sind die vorübergehenden Störungen in meisten Fällen harmlos. Schwindel (Vertigo) entsteht, wenn die Orientierung im Raum in irgendeiner Weise gestört ist. Eine solche Störung liegt beispielsweise vor, wenn das im Innenohr befindliche Gleichgewichtsorgan dem Gehirn Bewegung signalisiert, während die Augen gleichzeitig Stillstand melden.

Bei Schwindelattacken handelt es sich jedoch nicht um eine eigenständige Erkrankung. Schwindel tritt häufig als Begleiterscheinung bei bestimmten Krankheiten auf. Statistiken belegen, dass mehr als 60 Prozent aller Schwindelzustände keiner Erkrankung zuzuordnen sind. Lediglich bei 40 Prozent der Schwindelattacken wird durch ärztliche Untersuchungen eine Krankheit als Ursache gefunden. Schwindelattacken können jederzeit und in unterschiedlich starker Ausprägung auftreten.

Dabei äußern sich die Symptome von Schwindel in verschiedenen Formen. Viele Betroffene berichten bei Schwindelattacken über Scheinbewegungen und Gefühle des Benommenseins, die sie wahrgenommen hätten. Die wissenschaftliche Betrachtungsweise geht bei Schwindelattacken von einem Verlust sicherer räumlicher Orientierung aus. Es wird deshalb empfohlen, sich hinzusetzen oder hinzulegen, damit es bei Schwindelattacken nicht zu Unfällen oder Verletzungen kommt.

Sollte ich bei Schwindelattacken zum Arzt gehen?

Schwindelgefühle können beispielsweise in Form von Drehschwindel auftreten. Dabei entsteht das Gefühl, dass ähnlich wie im Karussell etwas um einen herumkreist, obwohl man objektiv stillsteht. Neben Schwindelattacken kann Drehschwindel manchmal akute Übelkeit auslösen. Zu den weiteren Symptomen, die bei Schwindelattacken häufig spürbar sind, gehören Veränderungen im Kopf sowie Gang- und Stehunsicherheiten. Beim Schwankschwindel, einer speziellen Form des Schwindels, glauben Betroffene selbst dann zu schwanken, wenn sie stehen. Typisch für den Schwankschwindel ist das Gefühl, dass sich alles in der Umgebung hin und her zu bewegen scheint.

Viele Betroffene fühlen sich während einer Schwindelattacke wie beim Bootfahren. Meist leiden Menschen während des Schwindels unter Benommenheit, dem Gefühl drohender Ohnmacht sowie unter Gleichgewichtsstörungen. Während einer Schwindelattacke kann es zu Symptomen wie Übelkeit, Erbrechen, einem Druckgefühl im Ohr sowie zu einseitigen Ohrgeräuschen kommen. Wenn du häufiger unter Schwindelattacken leidest, solltest du die Ursachen beim Arzt abklären lassen. Meist sind die Schwindelzustände harmlos, dennoch stellen sich bei der Diagnose von Schwindelattacken manchmal behandlungsbedürftige Krankheiten als Verursacher heraus.

Frau, die unter einer Schwindelattacke leidetDurch das Führen eines Schwindeltagebuches, in dem Zeitpunkt und Dauer aller Schwindelattacken notiert werden, erhält der Arzt einen wichtigen Einblick über die Beschwerden, der ihm die Diagnosestellung erleichtern kann. Das ausführliche Gespräch mit dem Patienten sowie die Erhebung der Krankengeschichte stehen im Mittelpunkt beim Arzttermin wegen Schwindelattacken. Dein Hausarzt wird sich genau erkundigen, wann der Schwindel erstmalig aufgetreten ist und wie lange die Schwindelattacken andauern. Darüber hinaus spielen auch die Symptome, die während der Schwindelzustände auftreten und mögliche Begleiterscheinungen eine wichtige Rolle bei der Diagnose.

 

Da bei Schwindelattacken vielfältige Auslöser als Ursachen infrage kommen, sind oft weitere Untersuchungen bei Fachärzten (Internisten, Radiologen, Neurologen) notwendig, um die exakte Diagnose zu stellen. Häufig ist eine neurologische Störung für die Schwindelattacken verantwortlich. Außerdem können Medikamente, Alkohol und Drogen Schwindelgefühle erzeugen.

Psychische Faktoren als Auslöser für Schwindelattacken

Bei chronischen Schwindelattacken muss auch an psychische Faktoren gedacht werden. Weitaus häufiger treten Schwindelattacken in Verbindung mit organischen Störungen auf. Zu den körperlichen Erkrankungen, die unter anderem auch zu Schwindelattacken führen können, gehören vor allem Krankheiten wie Entzündungen des Gleichgewichtsnervs (Neuritis vestibularis) sowie des Gleichgewichtsorgans im Innenohr (Menière-Krankheit).

Regelmäßig auftretende Schwindelattacken können auch Hinweise auf Durchblutungsstörungen im Gehirn sein. Diese Durchblutungsprobleme treten in erster Linie bei Arteriosklerose oder Schlaganfall auf. Falls organische Probleme als Ursache für Schwindelattacken ausgeschlossen werden können, wird der Arzt nach psychischen Auslösern suchen. Häufiger als man denkt, ist die seelische Verfassung die Ursache für die Schwindelattacken.

Bei psychisch bedingten Funktionsstörungen des Gleichgewichtssinns wird von nicht-organischem oder psychogenem Schwindel gesprochen. Psychogener Schwindel ist eine Reaktion des Organismus auf unterschiedliche Ängste. Als Folge aktueller Konflikte oder Stresssituationen im beruflichen und privaten Alltag treten oft Schwindelattacken auf. Dabei machen sich die Schwindelsymptome vor allem dann bemerkbar, wenn der Betroffene sich größeren Menschenmengen ausgesetzt sieht, Brücken überquert oder sich auf weiten Plätzen befindet. Diese Form des Schwindels ist durch verhaltenstherapeutische Maßnahmen gut behandelbar.

Schwindelattacken durch Medikamenten-Nebenwirkungen und Alkohol

Glas RotweinAls Neben- und Wechselwirkungen bestimmter Arzneimittel kommt es auch zu Schwindelattacken. Wenn du regelmäßig Medikamente einnimmst, solltest du dies beim Arztbesuch erwähnen, damit der Arzt auch Nebenwirkungen oder Unverträglichkeiten als Ursachen deiner Schwindelattacken in Betracht ziehen und die Medikation nochmals überprüfen kann. Bestimmte Medikamente wie Antibiotika, Migräne-Präparate, Antiepileptika und Antidepressiva sowie harntreibende Mittel können als unerwünschte Zusatzwirkungen auch Schwindelattacken verursachen.

Zu viel Alkohol führt zum Alkoholrausch und dadurch bedingt auch zu Schwindelattacken und Gleichgewichtsstörungen. Zu Alkoholfolgen wie schwankendem Gang, Standunsicherheit und unkontrollierten Zungenbewegungen kommt es, weil der Alkohol eine Hemmung wichtiger Funktionen des Kleinhirns bewirkt, sodass eine Kontrolle der Feinabstimmung von Körper- und Augenbewegungen nicht mehr möglich ist. Darüber hinaus gelangt Alkohol auch in das Gleichgewichtsorgan, wo die Funktion der Sinneszellen verändert und dadurch Drehschwindel ausgelöst wird. Deshalb solltest du auf alkoholische Getränke möglichst verzichten.

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